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Thorcic Outlet Syndrom

Schulterimpingment

Kaum ein Begriff wurde in den letzten Jahren in der Fachwelt so intensiv diskutiert wie das
Schulterimpingement.

 

Damit gemeint ist die Theorie einer Einengung im Schultergelenk,
wodurch sowohl der Schleimbeutel als auch die Sehnen „gequetscht“ bzw. gereizt werden können
und es infolge dieser mechanischen Reizung zu einer Schädigung der Sehnen der
Rotatorenmanschette kommt.

So zumindest die Theorie dahinter, wie sie der einflussreiche Orthopäde namens Charles Neer
bereits 1972 postulierte. In der Folgezeit kam es weltweit zu millionenfach durchgeführten
Operationen, wobei die strukturellen Veränderungen, die die Schulterenge bewirken sollen, entfernt
werden. Im Fachjargon nennt sich das eine „subacromiale Dekompression“.

Für viele Patient*innen wirkt die Vorstellung, dass die Strukturen der Schulter wie in einem
„Nussknacker“ eingeklemmt und geschädigt werden können, beängstigend. Verständlicherweise
denken viele Betroffene, der einzige Ausweg sei dann eine solche Operation. Was sollte eine andere
Therapie auch bringen, wenn da einfach zu wenig Platz ist, fragen sich dann viele Menschen zu
Recht. Schließlich würde mehr Bewegung und vor allem Belastung die Schulter noch mehr reizen.
Das Prinzip, diesen angeblichen „Einklemmschmerz“ vermeiden zu wollen, wie uns viele Patienten
berichten, ist aus dieser Perspektive absolut verständlich und nachvollziehbar.

Lassen Sie uns also diese Theorie einmal aus der Sicht der aktuellen Forschung genauer betrachten.
Ist ein Schulterimpingement wirklich der Grund für die Schmerzen, Entzündungen und
mechanische Abnutzungen?

Gleich mehrere aktuelle Ergebnisse nehmen dieser Theorie erheblich den Wind aus den Segeln.
Menschen mit Schulterschmerzen zeigen in groß angelegten Übersichtsarbeiten keinen „engeren
Raum“ zwischen Oberarmkopf und Schulterdach im Vergleich zu Gesunden. Ein größerer Abstand
bedeutet ebenfalls nicht, dass weniger Schmerzen zu erwarten sind. Diese Beobachtung spricht also
gegen die ursprüngliche „Einklemm-Theorie“.

Zudem zeigen 25 – 40% völlig beschwerdefreier Menschen einen Kontakt zwischen Schulterdach
und Oberarmkopf in der Bildgebung. Fraglich also, ob ein solcher Kontakt der Grund für die
Beschwerden sein soll. Hinzu kommt noch, dass der Winkel, in dem die Patient*innen
klassischerweise über Schmerz berichten (schmerzhafter Bogen zwischen 70° und 120° im
Seitheben) überhaupt nicht dem Bereich entspricht, in dem der oben genannte Abstand tatsächlich
am geringsten ist (zwischen 40° und 70° Seitheben).

Auch das macht nicht wirklich Sinn, oder?

 

Ein weiteres überzeugendes Argument: Eine operative Erweiterung des Raums (erinnern Sie sich
an die „subacromiale Dekompression“, die wir oben beschreiben haben?) ist nicht besser als eine
Schein-OP, in der eine tatsächliche Operation nur vorgetäuscht wurde. Sie sehen also, diese
Theorie ist mittlerweile mehr als umstritten.
Was tut dann aber weh, fragen Sie sich jetzt sicher zu Recht.
Ein wichtiger Einfluss auf den Schmerz geht wohl von den Sehnen der Rotatorenmanschette
selbst aus. Ganz ähnlich wie bei Beschwerden an der Achillessehne oder einem Tennisellbogen.
Sehnen, die „außer Form geraten“, empfindlich und wenig belastbar sind, gelten heute als ein
wichtiger Schmerzfaktor. Daher sprechen heute viele Wissenschaftler*innen lieber von einem
„rotatorenmanschetten-assoziierten Schulterschmerz“ oder einfach einem „subacromialen
Schulterschmerz“, also einem Schulterschmerz unterhalb des Schulterdachs.
Aber das ist – wie bei anderen Schmerzen – nicht der einzige Faktor. Auch Schulterschmerzen sind
komplex und werden von anderen Faktoren, wie z.B. der Schlafqualität, der generellen Gesundheit
oder dem mentalen Stress nachhaltig beeinflusst.
Was heißt das jetzt für Sie?
Eine Operation sollte die letzte, nicht die erste Option sein. So sehen moderne
Behandlungsleitlinien auch eine aktive Erstbehandlung mit einem Training der
Rotatorenmanschetten- bzw. Schultergürtelmuskulatur als erste Option vor.

 

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