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Kinesio 1

Kinesiotape

Ein Kinesiotape ist ein elastisches Tape und kommt überwiegend im Sportbereich zur Anwendung.
Kaum ein Sportevent, in dem die bunten Pflasterstreifen nicht in sämtlichen Farben zu sehen sind.
Aber auch im Alltag sieht man immer mehr Menschen mit diesen Tapes, die es mittlerweile in
vielen Farben und Formen gibt.

Oft werden Kinesiotapes auch von Therapeuten*innen als ergänzende Maßnahme zur Therapie
angeboten. Sie sollen eine verbesserte Muskelfunktion gewährleisten, Schmerzen und Schwellung
reduzieren sowie Durchblutung und Lymphfluss verbessern. Dabei wird die Anlagetechnik sowie
die Zugkraft und die Farbe des Tapes als besonders wichtig für den Therapieerfolg angesehen.

Was ist also dran am Hype um die bunten Tapes?

Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen recht eindeutig, dass die Wirkung eines Kinesio-Tapen
auf die oben beschriebenen Parameter in etwa der eines Placebos entspricht. Sehr positiv gesehen
könnte eine solche Tape Anwendung kurzzeitig etwas besser sein, aber so geringfügig, dass das die
meisten Patient*innen als nicht wirklich relevant einschätzen.
Heißt das jetzt, dass die Anlage eines solchen Tapes nichts verändert? Nein!

Wenn wir sagen, dass es nicht oder nur gering über den Placeboeffekt hinaus wirkt, bedeutet
das, dass diese bunten Pflaster keine SPEZIFISCHE Wirkung haben.

Die genau Tape Anlage, die Farbe, der Zug, die Faltenbildung, die man versucht zu generieren, spielt einfach keine wesentliche
Rolle.

Ein Placebo Tape, das einfach über den betroffenen Bereich geklebt wird, wirkt meist genauso gut. Warum?

Wahrscheinlich, weil auch dadurch Hautrezeptoren gereizt werden, die so den Schmerz
oder andere Beschwerden etwas überspielen können. Denken Sie, was Sie tun, wenn Ihnen plötzlich
das Knie wehtut! Sie fangen an, es zu berühren und zu reiben. Genau diesen Effekt meinen wir.
Aber auch Erwartungen und andere Faktoren spielen hier eine Rolle. Viele erwarten eine Wirkung
solcher Tapes („was bei Basti Schweinsteiger eingesetzt wird, kann ja nur gut und wirksam sein“)
oder haben schon Gutes darüber gehört (z. B. von ihren Nachbarn). Häufig kommt das Tape nicht
alleine zum Einsatz, sondern es finden auch noch andere, wirksamere Behandlungen statt oder es
werden gleichzeitig Schmerzmittel eingenommen. Die Schmerzreduktion verbindet man dann
unbewusst auch mit dem Kinesiotape. So etwas nennt man eine klassische Konditionierung.

Vielleicht können Sie sich an den pawlowschen Hund aus Ihrer Schulzeit erinnern?
Das gilt auch für Schmerz.

Um es klar zu sagen. Ein Kinesiotape schadet Ihnen sicher nicht und kann Ihnen ein besseres
Gefühl geben, solange Sie nicht denken, Ihr Körper sei fragil bzw. zerbrechlich und müsse in
irgendeiner Form durch das Tape „fixiert“ oder „korrigiert“ werden.
Solche Vorstellungen sind falsch und können Menschen schaden.
Ein solches Tape kann aber wie ein Halsbonbon gegen Halsschmerzen wirken und ihnen guttun.
Aber! Sie brauchen auch kein Kinesiotape. Es ist ganz sicher kein Muss in der Therapie. Die
Effekte sind meist gering und nur sehr kurzzeitig.

Aus diesem Grund spielen diese Tapes in wissenschaftlich orientierten Behandlungsleitlinien auch
keine Rolle. Die nationale Versorgungsleitlinie „Rückenschmerz“, die von führenden
medizinischen Institutionen ausgearbeitet wurde, sprich sich beispielsweise klar gegen den Einsatz
solcher Tapes aus. Auch nicht als Ergänzung zu einer anderen Therapie.
Wenn Sie sich das Geld sparen wollen, ist das also aus medizinischer Sicht also absolut in
Ordnung!

MERKE:
Kinesiotapes sind medial allgegenwärtig, ihr medizinischen Nutzen in der Wissenschaft allerdings
mehr als umstritten.
Kinesiotapes wirken nicht oder nur gering über den Placeboeffekt hinaus.
Wenn Sie von Kinesiotape profitieren, können Sie ihn einsetzen. Allerdings sollten Sie ehrlich über
seine Effekte und seine Wirkungsweise informiert sein. Vorsicht vor großen Heilsversprechen und
obskuren Erklärungen. Ein Kinesiotape ist aber kein Muss. Behandlungsleitlinien empfehlen wirksamere Maßnahmen.

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+49 (0) 75 31 / 69 73 250

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